Nebenjob und Ausbildung – zeitaufwendig und stressig!

Deine Ausbildung nimmt viel Zeit in Anspruch, im Betrieb und in der Berufsschule hast du feste Zeiten, an denen du anwesend bist. Natürlich beansprucht vor allem die Berufsschule während der Ausbildung einiges an Vor- und Nachbereitung. Bedenke bei der Auswahl eines Nebenjobs, ob du körperlich und organisatorisch beides jeden Monat unter einen Hut bekommst. Dein Arbeitgeber erwartet in deiner Ausbildung 100 Prozent Leistungsbereitschaft von dir. Falls du also schon in deiner Ausbildung einer körperlich schweren Arbeit nachgehst, würden wir dir nicht raten, zusätzlich einen ähnlichen Job zu beginnen.

Nebenjob und Rechtliches – was ist zu beachten?

Rechtliches: 

Die Priorität sollte natürlich sein, dass ein Nebenjob für deinen Arbeitgeber in Ordnung ist. Prüfe, ob in deinem Arbeitsvertrag etwas von einem Verbot einer weiteren beruflichen Beschäftigung steht. Falls das der Fall ist, darfst du als Azubi neben der Ausbildung keinen weiteren Job annehmen. Wenn in deinem Vertrag nichts davon zu finden ist, sprich dein Vorhaben trotzdem mit deinem Arbeitgeber ab. Du solltest diesen immer informieren. Vielleicht ist er trotz des Vertrags nicht von deiner Idee begeistert, da du dich im Nebenjob verletzen könntest und somit als Arbeitnehmer deine Ausbildung vernachlässigst. Fehlende Konzentration in der eigentlichen Ausbildung ist ebenfalls ein Grund, den dir dein Arbeitgeber nennen kann. Zudem solltest du unbedingt darauf achten, dass beide Unternehmen nicht in Konkurrenz zueinander stehen!

Wenn du als Azubi während deiner Ausbildung Urlaub machst, darfst du nicht in einem anderen Job tätig sein. Das ist strengstens verboten. Der §8 des Bundesurlaubsgesetzes besagt, dass Arbeitnehmer im Urlaub „keine dem Urlaubszweck widersprechende Erwerbstätigkeit leisten“ dürfen.

Auch die gesetzlichen Arbeitszeiten musst du bei deinem Minijob einhalten. Minderjährige Auszubildende dürfen am Tag maximal 8 Stunden arbeiten, das sind 40 Stunden in der Woche und gilt für 5 Wochentage. Erwachsene dürfen bis zu 48 Wochenstunden arbeiten und das an 6 Arbeitstagen pro Woche. Maximale Arbeitszeiten dürfen also auch mit einem zusätzlichen Nebenjob auf keinen Fall überschritten werden. Wenn du als Minderjähriger nach deinem Arbeitstag noch Zeit hast, kannst du in der Regel neben der Ausbildung einer Nebentätigkeit nachgehen. Das wäre beispielsweise möglich, wenn du einen 5-stündigen Arbeitstag hast und anschließend noch 3 Stunden deinem Minijob nachgehst. Als Erwachsener könntest du theoretisch auch an einem Samstag arbeiten. Falls du dir in der zeitlichen Planung noch nicht sicher bist, kannst du einen Nebenjob während deiner Ausbildung auch erst einmal einen Monat lang testen, ehe du dich dafür entscheidest, eine längere Zeit in zwei Jobs tätig zu sein.


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Finanzielles:

Einen 450 € - Minijob zu finden stellt sicherlich kein Problem dar. Jedoch gelten einige Regeln, die du als Azubi beachten solltest. Bekommst du für deine Arbeit im Monat zu viel Geld und die Verdienstgrenze von 450 € monatlich wird überschritten, zahlst du zusätzliche Steuern.

Anspruch auf BAföG haben nicht nur Studenten während eines Studiums, sondern auch Auszubildende. Es gibt bestimmte Regelungen, wie der Lohn deines Nebenjobs das Bafög beeinflussen kann. Bestimmt möchtest du wissen, ob dir etwas von deinem BAföG abgezogen wird. Wenn dein Gehalt in deinem Nebenjob unter 450 € liegt, erhältst du denselben BAföG-Betrag wie auch vor der Aufnahme deines Minijobs.

Der Zusatzverdienst kann sich aber auf die Höhe der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) auswirken. Wenn du BAB beziehst, wird nämlich ein Freibetrag von 255€ Netto auf deinen Minijob angerechnet. Falls dieser Fall auf dich zutrifft, solltest du ausrechnen, ob sich ein Nebenjob lohnt.

Wenn du noch zuhause bei deinen Eltern wohnst, wirst du als Kind angesehen. Dir wird also das Kindergeld auch mit einem Nebenjob während der Ausbildung komplett angerechnet. Auszubildende, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, steht Kindergeld zu. Das sind derzeit 194 € pro Monat – ab dem dritten Kind steigt es auf 200 €, dann auf 225 €. Im Juli 2019 wurden diese Sätze jeweils um 10 € pro Monat erhöht. Wohnen Auszubildende nicht mehr zu Hause, und die Eltern geben es nicht an den Nachwuchs weiter, können sie es sich direkt auszahlen lassen. Dafür müssen sie bei der Familienkasse der Arbeitsagentur einen Antrag stellen.

Eine große Auswahl an Nebenjobs

Suche dir einen Nebenjob, der dir Spaß macht. Natürlich möchtest du in erster Linie Geld verdienen. Überarbeite dich aber nicht in einer Stelle, wo dir die Arbeit keinen Spaß macht, du dich nur quälst und ständig auf die Uhr schaust, um zu wissen wann du Feierabend hast. So etwas ist nicht nur für dich, sondern auch für deinen Arbeitgeber wenig erfreulich.

Versuche wenn möglich, deine Hobbys mit deinem neuen Nebenjob zu verknüpfen. Wenn du gerne auf Menschen zugehst, könntest du Flyer in der Fußgängerzone verteilen oder als Promoter für Veranstaltungen arbeiten. Falls das Telefonieren genau dein Ding ist, versuche es doch als Telefonist an den Wochenenden im Monat. Du kannst auch deine Eltern und Freunde um Rat fragen. Sie kennen dich und können dir sicherlich einen für dich passenden Job empfehlen. Du hast also viele Möglichkeiten und kannst individuell auswählen.

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