Bewerbungsfoto

Kennst du das Sprichwort „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“? Neben deinem Anschreiben und Lebenslauf schauen sich viele Personaler für einen ersten Eindruck das Bewerbungsfoto an, das als weiteres Kriterium im Bewerbungsprozess verwendet wird. Vielleicht fragst du dich, was du bei deinem Bild beachten musst, welche Farbe der Hintergrund haben sollte oder was du anziehen sollst? Keine Angst: Wenn du die folgenden Grundregeln beachtest, kann so gut wie nichts schiefgehen.


Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, oder auch kurz AGG genannt, gilt seit August 2006 und verpflichtet dich als Bewerber nicht mehr dazu, deiner Bewerbung ein Bewerbungsbild beizulegen. Daher wirst du in Stellenanzeigen keinen Hinweis mehr von den Unternehmen finden, der speziell auf ein Foto hindeutet. Es ist also dir überlassen, ob du ein Bewerbungsbild mitsenden möchtest oder nicht.

Um deine Chancen zu erhöhen, zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden und den gewünschten Ausbildungsplatz zu erhalten, empfehlen wir dir aber, ein Bewerbungsfoto mitzusenden.


Empfehlungen für ein gutes Bewerbungsfoto

Neben deinen schriftlichen Bewerbungsunterlagen, also dem Anschreiben und Lebenslauf, kannst du auch mit deinem Bewerbungsfoto bei deinem zukünftigen Arbeitgeber punkten. Mithilfe des Bewerbungsfotos kann sich der Personaler einen ersten Eindruck von dir machen. Daher solltest du ein Bild verwenden, das nicht älter als 12 Monate ist. Schließlich soll dich der Personaler später im Bewerbungsgespräch auch wiedererkennen.

Im Gegensatz zu Fotos für deinen Personalausweis oder Reisepass ist Lächeln beim Bewerbungsfoto erlaubt. Doch die Grenze zwischen einem vorgetäuschtem, einem echten und einem übertriebenen Lächeln ist sehr schmal. Wenn du dein Bewerbungsbild bei einem erfahrenen Fotografen machen lässt, wird er dich darauf aufmerksam machen und dich ins rechte Licht rücken. Dazu gehört auch, dass dein Kopf auf ein imaginäres Gegenüber ausgerichtet ist und weder nach unten noch zur Seite neigt.


Größe, Format und Farbe deines Bewerbungsfotos

Bei deinem Bewerbungsfoto musst du dich nicht an bestimmte Richtlinien halten. Die Größe deines Bewerbungsbildes kann zwischen 4,5 x 6,5 cm und 9 x 13 cm variieren, je nachdem, ob du es auf deinem Deckblatt (falls vorhanden) oder in deinem Lebenslauf verwenden möchtest. Das Format ist reine Geschmackssache. Du kannst selbst entscheiden, ob du dich lieber für ein Bewerbungsfoto im Hoch- oder Querformat entscheidest. Am bekanntesten ist wohl das Hochformat.

Bei der Farbe deines Bewerbungsfotos kannst du zwischen Schwarz-Weiß oder Farbe wählen. Farbige Fotos wirken auf den ersten Blick authentischer und natürlicher auf den Betrachter. Viele Fotografen bieten dir auch die Möglichkeit an, dein Bewerbungsfoto zu bearbeiten und kleine Makel wie Hautunreinheiten oder Augenringe verschwinden zu lassen.


Ungeeignete Bewerbungsfotos

Du willst an der einen oder anderen Ecke deiner Bewerbung sparen? Aber bitte nicht bei deinem Bewerbungsfoto! Nichts geht über ein gelungenes Bewerbungsfoto von einem professionellen Fotografen. Auch wenn du hier etwas tiefer in die Tasche greifen musst: Am Ende lohnt sich der Gang ins Fotostudio auf jeden Fall!

Selfies sind ein Trend, der zwar in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram gut ankommt, in der Bewerbung aber nichts zu suchen hat.

Folgende Fotos kommen für deine Bewerbung nicht in Frage:


Platzierung deines Bewerbungsfotos

Falls du für deine Bewerbungsmappe ein Deckblatt erstellt hast, ist hier der richtige Platz für dein Bewerbungsfoto. Klebe es unter die Überschrift zentral auf das Dokument. Sofern du dich gegen ein Deckblatt entschieden hast, gehört das Bewerbungsfoto rechts oben in deinen Lebenslauf. Besonders schön sieht es aus, wenn du auf dem Foto in die Seite „hineinschaust“.


Befestigung deines Bewerbungsfotos

Professionalität und Seriosität sind die obersten Gebote für deine Bewerbung. Daher solltest du dein Bewerbungsfoto niemals mit einer Büroklammer befestigen. Das sieht nicht nur billig aus, sondern signalisiert dem Personaler, dass du das Bewerbungsfoto für spätere Bewerbungen wiederverwenden möchtest. Du meinst es also nicht ernst mit deiner Bewerbung!

Bevor du dein Bewerbungsbild mit einem Klebestift aufklebst, schreibe auf die Rückseite deines Fotos deinen vollständigen Namen. Es kann nämlich passieren, dass sich dein Bewerbungsfoto vom Papier löst. Mithilfe deiner Angaben kann das Foto dann schneller deiner Bewerbungsmappe zugeordnet werden.

Bei einer Online-Bewerbung fügst du dein Bewerbungsfoto als Grafik in deine Bewerbungsunterlagen ein. Achte dabei auf eine ausreichend hohe Auflösung, damit dein Bewerbungsfoto auch beim Ausdrucken noch gut aussieht. Wenn du deine Bewerbung per E-Mail versendest, sollten deine Bewerbungsunterlagen eine Dateigröße von 5 MB nicht überschreiten. Originalbilder vom Fotografen haben aufgrund ihrer sehr hohen Auflösung Dateigrößen von beispielsweise 10 MB. In diesem Fall musst du die Dateigröße zuvor verringern.


Kleidung für das Bewerbungsfoto

Business-Kleidung oder Freizeitlook? Bei der Wahl deiner Kleidung für das Bewerbungsfoto kannst du dich vorab im Internet erkundigen, wie sich die Mitarbeiter des Unternehmens nach außen präsentieren. Somit hast du eine grobe Richtung für deine Kleiderwahl. Generell kann man sagen, dass du mit einem Jackett und einem Hemd bzw. Blazer und Bluse nichts falsch machen kannst. Als oberste Regel gilt: Fühle dich wohl in deinem Outfit, denn nur dann strahlst du das auch nach außen aus!

Für Frauen gilt beim Erstellen des Bewerbungsfotos das Sprichwort „Weniger ist mehr“. Wähle bei deiner Schminke dezente Farben, die zu deinem Hauttyp passen. Zudem sollte auf dem Foto auch kein Make-up-Rand zwischen deinem Gesicht und deinem Hals erkennbar sein. Absolute Tabus sind schulterfreie Kleidung, ein zu tiefer Ausschnitt und zu viel Schmuck wie große Ohrringe oder eine auffallende Kette.

Beim Thema Frisur gibt es viele Studien die zeigen, dass Frauen mit zurückgekämmten Haaren oder einer hochgesteckten Frisur besser beim Personaler ankommen. Unterbewusst unterstellt der Personaler dir mehr Führungskompetenz und Durchsetzungsvermögen. Alles in allem sollten deine Haare gekämmt und gepflegt sein und dein Gesicht nicht verdecken.

Trotz des momentanen Trends zum Vollbart sollten sich Männer rasieren und gepflegt wirken. Falls du dich dazu entscheidest, eine Krawatte zu tragen, beachte folgende Kriterien:


Fotos in sozialen Netzwerken

So manch ein Personaler gibt auch schon mal deinen Namen bei Google ein, um zu sehen, wie du dich online präsentierst. Dabei spielen die sozialen Netzwerke wie Facebook, Twitter und Instagram eine wichtige Rolle. Die meisten Menschen vergessen, ihre Privatsphäre-Einstellungen während des Bewerbungsprozesses anzupassen. Falls du zum Beispiel bei Facebook deine Bilder für alle Mitglieder öffentlich sichtbar zeigst, werden diese auch dem Personaler angezeigt. Klar, dass dann das ein oder andere Urlaubs- oder Partybild kein seriöses Licht auf dich wirft. Überprüfe also deine Einstellungen und beschränke die Sichtbarkeit deines Profils am besten nur auf deinen Freundeskreis.

Neben den Privatsphäre-Einstellungen kann es trotz allem ab und zu vorkommen, dass du online ein unerwünschtes Foto von dir findest. Falls du es nicht selber löschen kannst, kontaktiere den Betreiber der Webseite und bitte ihn um die Löschung deines Fotos.

Hast du online nichts zu verbergen? Dann kannst du dein Bewerbungsfoto in den sozialen Netzwerken als Profilbild verwenden. So schaffst du es, beim Personaler einen hohen Wiedererkennungswert zu erzeugen, was sich positiv auf deine Bewerbung auswirkt.

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