Vergolder / Vergolderin Lehre & Beruf
Bildungsweg:
Duale Ausbildung
Schulabschluss:
Realschulabschluss / Mittlere Reife
Ausbildungsdauer:
3 Jahre
Deine Stärken
- Handwerklich arbeiten
- Gewissenhaft und präzise arbeiten
- Andere beraten und überzeugen
Ausbildungs- und Einstiegsgehalt
| 1. Jahr 765 € | |
|---|---|
| 2. Jahr 870 € | |
| 3. Jahr 995 € | |
| Einstieg 2.504 € |
Infos zum Beruf
Was macht man als Vergolder / Vergolderin?
Als Vergolderin bzw. Vergolder sorgst du dafür, dass Gegenstände und Oberflächen wieder in neuem Glanz erstrahlen. Du veredelst Kunstwerke, Bilderrahmen, Möbel, Skulpturen, Deckenverzierungen oder historische Bauteile. Dafür verwendest du Blattgold, Blattsilber und andere hochwertige Materialien. Dabei arbeitest du häufig an wertvollen Einzelstücken, die oft eine lange Geschichte haben.
Der Beruf verbindet traditionelles Handwerk mit Kreativität und Präzision. Mal restaurierst du einen jahrhundertealten Bilderrahmen in einem Museum, mal vergoldest du eine moderne Skulptur für ein Kunstprojekt. Dabei ist jede Arbeit einzigartig und erfordert viel Fingerspitzengefühl. Als Vergolder trägst du dazu bei, Kunst- und Kulturgüter zu erhalten und ihnen neuen Glanz zu verleihen.
Typische Aufgaben als Vergolder / Vergolderin
Kunstwerke und Gegenstände vergolden:
Du bringst hauchdünnes Blattgold auf verschiedene Oberflächen auf. Zum Beispiel vergoldest du einen Bilderrahmen oder die Verzierungen einer historischen Kirche.
Restaurierungsarbeiten durchführen:
Viele deiner Aufträge betreffen alte und beschädigte Objekte. Du entfernst Verschmutzungen, reparierst kleine Schäden und stellst den ursprünglichen Zustand wieder her.
Oberflächen vorbereiten:
Bevor vergoldet werden kann, müssen Untergründe sorgfältig bearbeitet werden. Du schleifst, spachtelst und grundierst Oberflächen, damit das Gold später perfekt haftet.
Dekorative Gestaltungen umsetzen:
Neben Restaurierungen gestaltest du auch moderne Objekte. Beispielsweise versiehst du Möbel, Spiegel oder Kunstwerke mit edlen Gold- oder Silberoberflächen.
Materialien und Werkzeuge pflegen:
Für hochwertige Ergebnisse müssen Werkzeuge und Materialien sorgfältig behandelt werden. Du reinigst Pinsel, bereitest Blattgold vor und kontrollierst die Qualität deiner Arbeit.
Hinweis: Die Aufgaben hängen von deinem Arbeitsort und deinen Zuständigkeiten ab.
Wie sieht der Berufsalltag als Vergolder / Vergolderin aus?
08:00 Uhr – Dein Arbeitstag beginnt!
Zunächst besprichst du mit deinem Team die anstehenden Projekte. Heute arbeitest du an einem historischen Bilderrahmen aus einem Museum. Bevor du mit der Vergoldung beginnen kannst, kontrollierst du den Zustand des Rahmens und dokumentierst kleine Schäden.09:30 Uhr – Vorbereitung der Oberfläche
Du reinigst den Rahmen und besserst beschädigte Stellen aus. Anschließend trägst du mehrere Schichten Grundierung auf und schleifst die Oberfläche sorgfältig glatt. Damit du den feinen Staub vom Schleifen nicht einatmest, setzt du eine Staubschutzmaske auf.11:30 Uhr – Vergolden
Jetzt beginnt der spannendste Teil deiner Arbeit. Mit ruhiger Hand und Fingerspitzengefühl bringst du hauchdünne Blattgoldstücke auf die vorbereiteten Verzierungen auf. Dabei ist höchste Konzentration gefragt, denn das Material ist sehr empfindlich.13:00 Uhr – Restaurierungsarbeiten
Nach deiner Mittagspause bearbeitest du eine antike Holzfigur. Einige Bereiche der Vergoldung sind beschädigt. Du ergänzt fehlende Stellen und passt die neue Vergoldung mit kleinen Pinseln an die vorhandene Oberfläche an.15:00 Uhr – Kundenauftrag für ein modernes Designobjekt
Ein Kunde möchte einen Spiegelrahmen mit einer goldenen Oberfläche veredeln lassen. Du schaust dir den Rahmen zunächst genau an und überlegst, wie du die Vergoldung anbringen kannst. Dann besprichst du mit dem Kunden genau, welche Optik gewünscht ist. Danach bereitest du die Fläche direkt vor. So kannst du morgen das Blattgold anbringen.16:30 Uhr – Feierabend!
Heute hast du historische Kunstwerke restauriert und moderne Objekte gestaltet. Das Besondere an deinem Beruf: Am Ende des Tages kannst du direkt sehen, was du mit deinem handwerklichen Können geschaffen hast.Wo arbeitet man als Vergolder / Vergolderin?
Als Vergolderin oder Vergolder kannst du an verschieden Orten arbeiten.
In Werkstätten
Die Werkstatt ist dein wichtigster Arbeitsort. Hier restaurierst du Kunstwerke, bereitest Oberflächen vor und bringst Blattgold auf. In ruhiger Atmosphäre arbeitest du mit viel Präzision an einzigartigen Objekten.
In Museen, Kirchen und historischen Gebäuden
Viele Restaurierungsarbeiten finden direkt vor Ort statt. Du arbeitest beispielsweise in einer Kirche an einem Altar oder restaurierst historische Verzierungen in einem Schloss.
In Ateliers und Restaurierungsbetrieben
Hier arbeitest du eng mit Künstlern, Restauratoren oder Denkmalpflegern zusammen. Gemeinsam sorgt ihr dafür, dass wertvolle Kunstwerke erhalten bleiben.
- Reines Gold ist zu weich für den Alltag. Für Vergoldungen werden meist langlebige Goldlegierungen verwendet.
- In der Elektronik, beispielweise bei Steckern, werden Kontakte vergoldet, um Korrosion (z. B. Rostbildung) zu verhindern und die Leitfähigkeit dauerhaft zu erhalten.
- Eine Vergoldung von Ohrringen oder Anhängern kostet um die 30 Euro.
Voraussetzungen
Welche Voraussetzungen sollte ich für die Lehre als Vergolder / Vergolderin erfüllen?
Einige Eigenschaften sind besonders wichtig und helfen dir, deine Ausbildung mit Erfolg zu meistern. Damit du alte Kunstwerke sauber und sorgfältig aufbereiten kannst, benötigst du handwerkliches Geschick und eine präzise Arbeitsweise. Für den Kundenkontakt und die Absprachen ist es außerdem vorteilhaft, wenn du gut beraten kannst.
Stärken
Handwerklich arbeiten:
Als Vergolder gehst du täglich mit deinen Händen und verschiedenen Werkzeugen ans Werk. Du bereitest Oberflächen vor, trägst Blattgold auf und restaurierst wertvolle Gegenstände. Handwerkliches Geschick hilft dir dabei, sauber und professionell zu arbeiten. Zum Beispiel musst du beim Vergolden eines Bilderrahmens sehr sorgfältig vorgehen, damit das Ergebnis gleichmäßig und hochwertig aussieht.
Gewissenhaft und präzise arbeiten:
Blattgold ist hauchdünn und empfindlich. Deshalb ist es wichtig, konzentriert und genau zu bleiben. Schon kleine Fehler können sichtbar sein und das Ergebnis beeinflussen. Wenn du beispielsweise eine beschädigte Vergoldung an einem historischen Kunstwerk ausbesserst, musst du besonders präzise arbeiten, damit die Übergänge später kaum zu erkennen sind.
Andere beraten und überzeugen:
Häufig hast du Kontakt zu Kunden. Du erklärst verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten, Materialien und Arbeitstechniken und hilfst dabei, die passende Lösung zu finden. Zum Beispiel berätst du einen Kunden, ob für einen Spiegelrahmen eine klassische Goldvergoldung oder eine moderne Oberfläche besser geeignet ist. Dabei ist es wichtig, deine Vorschläge verständlich zu erklären und den Kunden von deiner Idee zu überzeugen.
Welchen Schulabschluss brauche ich für die Lehre als Vergolder / Vergolderin?
Für die Ausbildung zum Vergolder gibt es keinen festgelegten Schulabschluss. Mit einem Realschulabschluss hast du gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Wichtiger als dein Abschluss sind meist deine Fähigkeiten oder dein Interesse an Kunst, Werken und Mathematik.
Ablauf und Inhalte
Ablauf der Lehre
Die duale Ausbildung dauert 3 Jahre. In dieser Zeit arbeitest du im Ausbildungsbetrieb und besuchst die Berufsschule. Dort lernst du sowohl die praktischen als auch die theoretischen Grundlagen des Berufs kennen.
Zum Ende des 2. Ausbildungsjahres steht die Zwischenprüfung an, diese dient als Übersicht für deinem Leistungsstand. Nach dem 3. Ausbildungsjahr absolvierst du dann deine Abschlussprüfung.
Hinweis: der Beruf Vergolder ist sehr selten, daher gibt es für die Ausbildung nur eine Berufsschule in Deutschland. Das bedeutet, du wechselst im Blockmodell alle 3 Monate zwischen deinem Betrieb und der Berufsschule in München.
Inhalte der Lehre
Betriebliche Lehrinhalte
Vergoldungstechniken anwenden:
Du lernst, Blattgold und andere Metallauflagen fachgerecht aufzubringen.
Oberflächen vorbereiten:
Du bearbeitest Holz, Gips oder andere Materialien und bereitest sie für die Vergoldung vor.
Restaurierungsarbeiten durchführen:
Du lernst, beschädigte Kunstwerke und historische Objekte zu restaurieren.
Dekorative Gestaltung umsetzen:
Du gestaltest Möbel, Bilderrahmen oder Kunstobjekte nach Kundenwünschen.
Werkstoffe und Werkzeuge einsetzen:
Du erlernst den professionellen Umgang mit Pinseln, Polierwerkzeugen und Vergoldungsmaterialien.
Inhalte in der Berufsschule
Kunst- und Stilgeschichte:
Du lernst verschiedene Kunstepochen kennen und erfährst, wie historische Objekte gestaltet wurden.
Werkstoffkunde:
Du beschäftigst dich mit Materialien wie Holz, Gips, Metallen und Blattgold und ihren Eigenschaften.
Gestaltung und Design:
Du erfährst, wie du Farben, Formen und Oberflächenwirkungen gezielt einsetzen kannst, um verschiedene Strukturen darzustellen.
Mathe:
Auch Rechnen gehört zu deinem Beruf, denn du musst Materialmengen, Flächen und Kosten für Projekte genau berechnen können.
Wie viel verdient man in der Lehre als Vergolder / Vergolderin?
Während der Lehre als Vergolder / Vergolderin kannst du mit folgenden Lehrlingseinkommen rechnen:
-
1. Lehrjahr: 765 Euro
-
2. Lehrjahr: 870 Euro
- 3. Lehrjahr: 995 Euro
Du möchtest gerne mehr erfahren? Hier geht es zur Vergolder / Vergolderin Gehaltsseite.
- deinen eigenen Schmuck vergolden.
- in Museen an historischen Kunstwerken arbeiten.
- alte Gegenstände in neuem Glanz erstrahlen lassen.
Karriere
Welche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es als Vergolder / Vergolderin?
Nach deiner Ausbildung zum Vergolder hast du noch viele Möglichkeiten, dich weiterzubilden.
Weiterbildungen
Meister/in im Vergolder-Handwerk:
Als Meister übernimmst du mehr Verantwortung und leitest oft Projekte oder ein ganzes Team. Du planst Arbeitsabläufe, berätst Kunden und sorgst dafür, dass Restaurierungs- und Vergoldungsarbeiten fachgerecht ausgeführt werden. Zum Beispiel koordinierst du die Restaurierung eines historischen Altars oder die Vergoldung hochwertiger Inneneinrichtungen.
Techniker/in – Farb- und Lacktechnik:
Nach der Weiterbildung zum Techniker für Farb- und Lacktechnik beschäftigst du dich mit verschiedenen Oberflächen und Beschichtungen. Du entwickelst Lösungen für die Veredelung und den Schutz von Materialien und planst Arbeitsprozesse. Dabei verbindest du handwerkliches Wissen mit technischem Know-how. Zum Beispiel berätst du bei der Auswahl geeigneter Beschichtungen für hochwertige Möbel oder historische Bauteile und überwachst deren fachgerechte Umsetzung.
Studium: Restaurierung, Kunstgeschichte oder Konservierung:
Mit einem Studium kannst du beispielsweise in Museen, Denkmalämtern oder Restaurierungswerkstätten tätig werden. Dort konzentrierst du dich auf historische Kunstwerke und Denkmäler, die wieder in ihren ursprünglichen Zustand gebracht werden sollen.
Wie sind die Zukunftsaussichten als Vergolder / Vergolderin?
Die Zukunftsaussichten als Vergolder sind gut. Historische Gebäude, Kirchen, Museen und Kunstwerke müssen dauerhaft gepflegt und restauriert werden. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach hochwertigen und individuellen Oberflächen im Innenausbau sowie im Kunst- und Designbereich.
Da Vergolder ein sehr spezialisierter Beruf ist, gibt es vergleichsweise wenige Fachkräfte. Gut ausgebildete Vergolderinnen und Vergolder werden daher gesucht. Besonders im Bereich Restaurierung und Denkmalpflege eröffnen sich langfristige und spannende Perspektiven. Wer handwerkliches Geschick, Kreativität und Geduld mitbringt, kann sich auf einen abwechslungsreichen Beruf mit einzigartigen Projekten freuen.
Wie viel verdient man als Vergolder / Vergolderin?
Als Vergolder / Vergolderin kannst du nach deiner Lehre mit einem Einstiegsgehalt von 2.504 EUR rechnen.
Du möchtest gerne mehr erfahren?
Hier geht es zur Vergolder / Vergolderin Gehaltsseite.
Der Beruf Vergolder / Vergolderin passt gut zu dir, wenn ...
- ... du gerne kreativ und handwerklich arbeitest.
- ... du Geduld und eine ruhige Hand hast.
- ... du Kunst und historische Objekte spannend findest.
Der Beruf Vergolder / Vergolderin passt weniger zu dir, wenn ...
- ... du mehr mit großen Maschinen und Technik arbeiten möchtest.
- ... du wenig Interesse an Kunst und Gestaltung hast.
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