Bewerbungstipps - darauf sollten Hochschulabsolventen achten

Die Bewerbung ist wie ein Abstract zu behandeln. Lange Ausschweifungen oder für den Job uninteressante Informationen sind fehl am Platz. Pointierte und auf die Stelle bezogene Widergabe der relevanten Fähigkeiten und Stärken sind das A und O einer jeden Bewerbung.

Eine Bewerbung für Akademiker entscheidet sich formal nicht von anderen Bewerbungen. Aus diesem Grund empfehlen wir an dieser Stelle unsere allgemeinen Bewerbungstipps rund um Inhalt, Aufbau und Struktur sowie Online-Bewerbung & Co.

Inhaltlich gibt es für Akademiker allerdings hier und da Besonderheiten, die es zu beachten gilt. An ehemalige Studenten werden ganz andere Erwartungen und Anforderungen gestellt, als bspw. an angehende Auszubildende. Deswegen findest du hier – ergänzend zu unseren allgemeinen Bewerbungstipps – weitere spezifische Informationen rund ums Thema Bewerben als Hochschulabsolvent.

[Angelehnt sind diese an den vom Duden veröffentlichten Büchern „Duden-Ratgeber Handbuch Bewerbung“ (2012) und „Bewerben als Akademiker“ (2011)]

Den passenden Job wählen

Die Stelle, auf die du dich nach deinem Studium bewerben möchtest, sollte auch zu dir und deinen Fähigkeiten passen. Wahlloses Bewerbungen schreiben bringt wenig. Besser ist es, gezielt nach Stellen zu suchen und mehr Zeit in eine qualitativ hochwertige Bewerbung zu stecken, als nur schnellstmöglich eine große Zahl zu versenden. Eine 08/15-Bewerbung bzw. eine nicht individualisierte fällt den Personalern schnell auf und wird nicht gerne gesehen. Insbesondere von Studierten erwartet man ein bestimmtes Niveau und Engagement für den späteren Beruf– das beginnt bereits in der Bewerbungsphase.

Darüber hinaus gilt: Auch mit einem Hochschulstudium in der Tasche kommt übertriebenes Prahlen und nur-von-sich-reden nicht gut an.

Was kannst und willst du überhaupt?

Bevor du dich auf Stellensuche begibst, solltest du dir darüber im Klaren sein, was du an Qualifikationen und Kompetenzen mitbringst und was du überhaupt suchst.

  1. Was kannst du?
    Welche Qualifikationen bringst du mit? Was sind deine Kompetenzen? Auf welchem Niveau liegen deine Fremdsprachenkenntnisse? Hast du bestimmte PC/IT-Kenntnisse? Wie ist dein mündlicher/schriftlicher Ausdruck – auch auf Englisch? Was sind deine Soft Skills?
  2. Was willst du (nicht)?
    Was passt zu dir? In welchem Bereich liegt dein Traumberuf? Wichtig ist auch zu wissen, was für dich absolut nicht infrage kommt. So solltest du dir bereits zu Anfang des Bewerbungsprozesses z. B. darüber Gedanken machen, wie du zu Reisetätigkeiten oder Schichtarbeit stehst. Oder, ob du eine Führungsposition anstrebst.

Es empfiehlt sich eine Selbsteinschätzung zu all diesen Punkten vorzunehmen und auch deine Stärken und Schwächen aufzulisten. Dabei ist es wichtig so realistisch wie möglich vorzugehen und dich nicht zu über-, aber auch nicht zu unterschätzen. Bei beiden Varianten tust du dir keinen Gefallen. Hilfreich ist auch Freunde, Verwandte und gute Bekannte um ihre Einschätzung zu bitten.

Außerdem solltest du dich fragen, ob es unbedingt eine Stelle sein muss, die zu deinem Schwerpunkt passt oder ob auch ein fachfremder Bereich für dich in Ordnung ist. Denn generell kannst du dich erst einmal darauf einstellen, dass du nicht zwangsläufig einen Job in dem Bereich findest, indem du zum einen arbeiten möchtest und zum anderen in dem du dich mittels Schwerpunkt spezialisiert hast. Hochschulabsolventen, sofern sie kein allzu spezifisches Studium absolviert haben, sind für Unternehmen relativ „universell“ einsetzbar. Hast du bspw. BWL mit dem Schwerpunkt Personal studiert, kann es sein, dass du später im Marketing oder Vertrieb eingesetzt wirst. Denn vergiss nicht, für Unternehmen zählt zumeist die Erfahrung, die man mitbringt. Ein BWL-Studium befähigt dich i. d. R. auch andere betriebswirtschaftliche Bereiche abzudecken – zunächst unabhängig vom Schwerpunkt. Die Berufserfahrung bildet später dein endgültiges Profil. Das bedeutet auch, dass es für dich als Akademiker mehrere Alternativen gibt – mehr als für andere. Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass du offen und flexibel für die Arbeitswelt bist. Von Hochschulabsolventen wird oft eine gewisse Flexibilität erwartet.

Die Suche nach einer passenden Stelle

Geeignete Stellen wirst du nicht innerhalb von fünf Minuten finden. Das Suchen nach Stellen im passenden Bereich, in der passenden Region und der Abgleich eigener Qualifikationen mit den geforderten Kenntnissen bedarf einiger Zeit. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Medien, die du zur Recherche heranziehen kannst:

Eine Besonderheit bei der Stellensuche: Messen als Kontaktbörsen

Neben diesen ganzen Medien, bieten Absolventenmessen gleich mehrere Möglichkeiten geeignete Unternehmen und Stellen zu finden. Vorteilhaft sind sie definitiv, zumal du den ersten persönlichen Kontakt zu Unternehmen haben wirst, somit von dir persönlich überzeugen kannst und dich bei einer späteren Bewerbung auf das Gespräch am Messestand beziehen kannst.

Wenn du vorab interessante Stellenanzeigen eines Unternehmens rausgesucht hast, kannst du deine Bewerbungsunterlagen persönlich dem Personaler auf dem Stand abgeben. Sinnvoll ist immer, den aktuellen Lebenslauf dabei zu haben und diesen im Rahmen eines Gesprächs vielleicht schon einmal bei dem Unternehmen anzubieten.

Die Vor- und Nachbereitung der Messe ist ebenso wichtig, wie das gute Auftreten auf der Messe selbst. Allgemeine Tipps zu Absolventenmessen, die Messevorbereitung und das richtige Auftreten haben wir bereits zusammengestellt.

Wo demnächst Absolventenmessen – in deiner Nähe – stattfinden werden, kannst du auf unserer Messeseite nachlesen.

Das Schreiben einer Bewerbung

Analyse der Stellenanzeige

Eine Stellenausschreibung solltest du zu allererst analysieren. Passt die Stelle zu dir, deinen Qualifikationen, Kompetenzen und Wünschen? Passt du zu der Stelle, dem Unternehmen und den Anforderungen? Es ist normal, dass du nicht unbedingt alle Anforderungen der Stelle zum Zeitpunkt deiner Bewerbung erfüllst. Allerdings solltest du in Aussicht stellen, dich in (noch) nicht vorhandene Qualifikationen einzuarbeiten. Es ist wichtig, in diesem Punkt deinen Willen und dein Können herauszustellen. Außerdem wird von Akademikern erwartet, sich neue und komplexe Sachverhalte schnellstens anzueignen.

Die aufgelisteten Anforderungen in einer Stellenanzeige unterscheiden sich zwischen sog. must have’s und nice-to have’s. Diese kannst du anhand der Formulierung erkennen. Must have’s solltest du bereits bei der Bewerbung vorweisen können. Nicht vorhandene nice-to have’s kannst du in Aussicht stellen.

Das Anschreiben

In unseren Bewerbungstipps findest du alles zum Aufbau eines Anschreibens. Es folgen weitere Ergänzungen zum Schlussteil:

Thema: Einstiegsgehalt

In einer Bewerbung solltest du deine Gehaltsvorstellungen angeben, sofern nach diesen in der Ausschreibung gefragt wird.

Damit kann das Unternehmen dich einerseits kostentechnisch beurteilen und gleichzeitig prüfen, wie gut du in der Lage bist, realistisch deinen „Wert“ einzuschätzen. Dabei ist es wichtig, nicht zu hohe aber auch nicht zu niedrige Vorstellungen anzugeben.

Die Angabe erfolgt üblicherweise als Brutto-Jahresgehalt. Sollte das Unternehmen bspw. ein 13. Monatsgehalt oder Weihnachts- und Urlaubsgeld zahlen (wird ebenfalls oft in den Ausschreibungen erwähnt), musst du das in deiner genannten Summe mitberücksichtigen.

Nun die Frage: Wie schätze ich mein Gehalt realistisch ein? Wenn du nun keine Personen kennst, die zufällig das gleiche Portfolio haben wie du und/oder in dem Bereich arbeiten, für den du dich bewirbst, ist es zwar schwierig geeignete Zahlen herauszufinden, aber nicht unmöglich. Generell hängt das Gehalt vom Wissen, von Erfahrungen, vom Können und von speziellen Fähigkeiten, aber auch vom Markt, der Branche und der Unternehmensgröße ab. Dennoch kannst du dir erste Einschätzungen und Orientierungshilfen im Internet holen. Seiten mit Gehaltsvergleichen von Branchen, bezogen auf Hochschulabschlüsse oder von Berufen dienen als gute Informationsquelle. Du kannst auch auf den gängigen Suchmaschinen nach dem Gehalt in dem Beruf, für den du dich bewirbst, recherchieren.

Thema: Frühestmöglicher Eintrittstermin

Auch dies ist für Unternehmen sehr wichtig. Während bei Ausbildungsplätzen das Datum des ersten Arbeitstags feststeht, wirst du bei Stellenausschreibungen keine konkreten Angaben finden. In den Ausschreibungen stehen i. d. R. Formulierung wie „wir suchen zum …“, „ab sofort“, „zum nächstmöglichen Zeitpunkt“, „schnellstmöglich“, „ab …“.

Also, zu wann ist es dir frühestens möglich die Stelle anzutreten? Hast du eventuell noch Auslandsaufenthalte zwischen Studium und Beruf geplant? Bist du noch in einem Arbeitsverhältnis und musst entsprechende Kündigungsfristen beachten?

Üblicherweise gibt man den 01. oder den 15. eines Monats als Startdatum an. Bist du komplett ungebunden, kannst du auch „ab sofort“ schreiben.

Der Lebenslauf

Der allgemeine Aufbau des Lebenslaufs ist auf unserer Seite bereits zusammengefasst. Im Folgenden findest du weitere Ergänzungen:

Ein Lebenslauf muss prinzipiell ohne Lücken, glaubhaft und auf dem aktuellsten Stand sein.